Dieses Wochenende war ich in Hamburg auf der Nordstil, dort traf ich in den zwei Hallen mit Schmuck nicht nur alteingesessene Labels der Branche, sondern auch viele tolle, neue Designer und Unternehmen unserer Branche. Mit frischen Ideen und Konzepten, Labels die sich gerade auf unserem Markt zu etablieren versuchen.
In den Gesprächen kam eines raus: gerade die steigenden Edelmetallpreise werden unsere Branche dieses Jahr neben so vielen Themen begleiten und bereiten viele Sorge. Einige Händler prognostizierten sogar ihren Ausstieg aus dem Handel, wieder andere überlegen jetzt z.B. versilberte Messingalternativen o.ä. anzubieten.
Zwei von den neuen Labels, mit völlig verschiedenen Ansätzen für mehr Nachhaltigkeit, haben mich mit ihrer Idee begeistert, die ich euch gerne mal kurz vorstellen mag:
Birdy and Bee aus Österreich, haben zusammen mit der Universität Tulln haben ein Material entwickelt das zugleich robust aber am Ende spurlos kompostierbar ist und in knalligen, poppigen Farben kommt. Dabei versuchen sie in Sachen Nachhaltigkeit auf alle Komponenten zu achten, von der Verpackung, über die Brisur, bis hin zum Marketing.
Ein anderer war Upcycling Phenomenon aus Belgien. Er ist im upcycling unterwegs und bleibt seiner Linie treu. Lediglich einzelne notwendige Komponenten kauft er zu, deren Zukauf er dann transparent kommuniziert. Sein Schmuck hat dabei einen ganz eigenen Stil, zwischen Extravaganz und Steampunk.



Aber auch andere Labels waren da, deren Ideen toll und ehrbar sind, die aber vorallem vor der „Greenwashingfalle“ aufpassen müssen, vor der ich immer wieder meine Kunden warne!
Was ist die „Greenwashingfalle“ von der ich da rede
Begriffe wie „Fair Trade“ und „Nachhaltig“ sind definierte Begriffe, deren Verwendung, ohne dabei den Standard der Definition zu entsprechen, ist auch Greenwashing. Ob beabsichtigt oder nicht – sollte das zur Anzeige kommen wird es richtig teuer. Das kann jeden treffen und dann zählt nicht mehr nur der ursprüngliche gute Gedanke.
Die meisten die diesen Fehler machen, machen ihn nicht mal mit Absicht. In B2B ähneln sich oft die Geschichten, nicht selten sind es hier Privatpersonen, die irgendwo wen kennen lernen, den oder deren Region sie stärken wollen und anfangen deren Produkte Marktreif zu machen, dabei achten sie z.B. drauf, dass die Leute in der Herstellung ihren fairen Anteil haben und es jedem am Ende gut gehen soll.
Doch die Geschichte allein, denken viele, reiche nicht für den Vertrieb und so vergessen sie das Produkt ganzheitlich zu betrachten und verkaufen in guter Absicht ihr Produkt als „Fair Trade“, „nachhaltig“, „ökologisch“ oder nutzen ähnlichen Beschreibungen, ohne sich mit der festgelegter Definition des Wortes befasst zu haben – ein gefährlicher Fehler. So machen Male wird dabei vom Anbieter übersehen, dass das Gesamtprodukt nicht in allen Komponenten (wissentlich oder unwissentlich) dem Standard entsprich, den ihr restliches Produkt verkörpert – daher gäbe es vlt sogar Möglichkeiten dafür…
Dieses passiert schnell, vor allem dann, wenn man eigentlich Branchenfremd ist und sich neben dem Neuaufbau eines Labels mit so vielen anderen Dingen auseinander setzten muss. Verständlich und doch machen sich dadurch viele Labels am Anfang unglaubwürdig und gehen an der mangelnden Reputation schnell zu Grunde.
Dabei wäre dieser Fehler am Anfang auch gar nicht nötig! Mit der richtigen Formulierung, der richtigen Vermarktung der Intension und der nötigen Transparenz, muss das Produkt beim Marktstart nicht perfekt den Charakter von FairTrade oder nachhaltig entsprechen um diese Zielgruppe zu erreichen.
Deshalb gilt: solltet ihr ein solches Label planen oder starten, sprecht mich rechtzeitig vorher an, damit ich euch bei der Positionierung und dem richtigen „wording“ helfen kann.
Denn was passiert sonst wohl möglich?
Aus meiner Berufserfahrung sehe ich immer wieder zwei Fällen in die die meisten damit tappen:
Entweder sie geraten sehr schnell unter den Vorwurf des Greenwashing/Bluewashing, woran junge Labels dann oft schnell kaputt gehen
…oder…
sie haben später aufwendige und ggf. kostenintensive Umstellungsprozesse. Umstellungsprozesse, welche unauffällig und unbemerkt geschehen müssen. Wohl möglich schaffen sie es nie ganz das zu erreichen, was sie im Wording anfangs versprochen haben – dann wird es irgendwann richtig übel, wenn es auffliegt.
Dabei klingt es so simpel: Wenn man von Anfang an mit dem richtigen wordings arbeitet, kann man jeden Schritt werbefördernd vermarkten.
